Sonetten Kranz Phantasien

Sonett 1     Phantasie in Moll

Es schweben sanft die Töne auf und nieder,

sie haben sich im Schwingen leicht gefunden.

Der Weltenrand ist weit und ungebunden.

Ich finde mich, wie´s scheint, in Träumen wieder.

 

Vor meinen Augen grüne Wälder stehen,

wo Bäche wie Gesänge leise rauschen,

dort kann mein Herz nun deinen Schwüren lauschen,

die sehnsuchtsvoll nach meiner Liebe flehen.

 

Als ob von Blättern Regentropfen fallen,

die ungehört in der Natur verhallen,

versinkt der Traum ,den Melodien tragen.

 

Doch weiß ich auch du kommst nie mehr zurück,

mir liegt im Herzen drin vergangenes Glück.

Ich weiß, ich werde neue Wege wagen!

 

Sonett 2    Neue Wege

Ich weiß, ich werde neue Wege gehen,

die einst für meine Wünsche lichtlos waren.

Der Seele Schmerz wird Freude widerfahren,

und Lieder werden tönend zu mir wehen.

 

Im holden Licht der goldnen Sonnenstrahlen,

wo ich die bunte Pracht der Blumen schaue,

schweift friedvoll hin mein Blick ins heitre Blaue,

wo weithin Wolkenwirbel Bilder malen.

 

Ich sitze still in Gottes bunten Garten

und lausche Klängen, die zum Himmel steigen.

Es säuseln leise windgewiegte Bäume.

 

Es ist, als ob verträumt im langen Warten

Sich wispernd Geister in mein Herz sich neigen.

Mir scheint, dass ich von Liebesbanden träume. 

 

 

Sonett 3     Liebesbande

Mir scheint, dass ich von Liebesbanden träume,

die fein gewebt mit tausend Sternen funkeln.

Erhellen weithin leuchtend mir im Dunkeln Den Weg,

den ich mit frohem Strahlen säume.

 

Amor, mein Liebster, lass den Zauber walten!

Wo weiße Margariten blühn im Garten,

will ich auf meinen Liebsten selig warten.

Der Liebe Glanz werd´ ich in Händen halten.

 

Wie ich dann sehnlichst nach den Sternen greife-,

fällt in mein ICH zurück mein wild Verlangen ,

und ach!-das Glück als Trugbild ist entschwunden -

 

Ich seh mich um und merke ,dass ich reife,

mir ist´s, als könnte Unheil mir nicht bangen,

im Herzen fühl ich mich im Glück verbunden. 

 

 

Sonett 4     Auf Himmelspfaden

 

Im Herzen fühl ich mich im Glück verbunden,

auch wenn die Liebe schwand in stiller Weise.

Und wundersame Töne schwingen leise,

sie sind aus meiner Seele nie entschwunden.

 

Mit einem Bogenstrich ertönt die Saite.

Wer nimmt die Violine, um zu spielen?

Es ist, als ob vom Himmel Timbre fielen

und ich auf Wolken in die Sphären gleite.

 

Die Freude sprüht und ich betrete heiter den steilen Pfad,

auf dem ich freudig schreite,

hin zum Elysion, wo Welten kreisen.

 

Und dort stehst du, mein Blick schweift nun nicht weiter

Oh, könnte ich doch steh´n an deiner Seite!

Es sind die Engel, die den Weg mir weisen. 

 

Diese vier Sonette sind eine Leseprobe zu meinem Kranz und sollen neugierig machen!

 

 

Als Anmerkung:

Ein Sonettenkranz besteht aus 14 zusammenhängenden Sonetten, deren letzte Verszeile der Anfang des nachfolgenden Sonetts und dann gibt es als 15.Sonett das Meistersonett, das eine echte Herausforderung ist.